Über uns

Anfang 2019 kamen zwei von uns in einem Pferdestall mit einer Landwirtin ins Gespräch.

Die Heuernte stand kurz bevor und Sie erzählte uns von den Risiken bei der Mahd in Verbindung mit neu geborenen Rehkitzen. Sie selbst hatte ein Jahr zuvor trotz größter Vorsicht und vorbeugenden Maßnahmen einige Kitze vermäht. Dieser schreckliche Gedanke ließ uns nicht mehr los und wir wollten helfen!

Für uns war klar: Wir werden ein Projekt zur Rehkitzrettung starten. Beruflich haben einige von uns als Vermesser Erfahrung im Umgang mit Drohnen und sind entsprechend ausgebildet.
Wir informierten uns daraufhin über den Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkamera für diesen Zweck. Diese Technik wurde zu dieser Zeit bereits von einigen Organisationen in Deutschland eingesetzt, um effektiv große Flächen nach Rehkitzen abzusuchen und diese vor der Mahd zu retten.
Wir haben uns im Juni 2019 eine solche Drohne ausgeliehen und flogen bei einer Landwirtin früh morgens vor der Mahd - mit Erfolg! Schon bei unserem ersten Testflug konnten wir zwei Rehkitze mithilfe der Wärmebildkamera im hohen Gras entdecken.

Von der Idee zur Vereinsgründung...

Wir sammelten Spenden von Freunden und aus dem Familienkreis und kauften uns im Mai 2020 ein gebrauchtes System.

Seit dem Drohnenkauf sind wir nun ehrenamtlich während der Mähsaison im Frühjahr in den frühen Morgenstunden im Einsatz. Sobald wir ein Kitz im Wärmebild gesichtet haben, leiten wir einen Helfer an den entsprechenden Ort. Hat das Kitz noch keinen Fluchtinstinkt, nehmen wir es mit Handschuhen und ordentlich Gras dazwischen auf und legen es in eine gut belüftete Kiste. Diese platzieren wir außerhalb des Gefahrenbereichs. Unmittelbar danach wird die Fläche gemäht und das Kitz wird dann in einem sicheren und geschützten Bereich wieder frei gelassen. Dort wird es von dem Muttertier kurz darauf wieder gefunden - eine Katastrophe bleibt aus.
Wir haben 2020 in 9 Einsatztagen das Leben von 26 Rehkitzen und 3 Feldhasen retten können, was das frühe Aufstehen mitten in der Nacht mehr als entschädigt und uns motiviert weiterzumachen.
Die positive Resonanz und Dankbarkeit der Beteiligten zeigt uns, dass der Bedarf nach unserer Hilfe absolut da ist und diese auch gerne angenommen wird.

Am 12. Juni 2020 mündete das Projekt in einer Vereinsgründung.

Was seitdem passierte...

Nach der erfolgreichen halben Saison 2020 konnten wir viele Menschen erreichen und auf das Thema aufmerksam machen. Wir sind unglaublich dankbar, dass wir zahlreiche Unterstützer für unser Projekt gewinnen konnten. Dank zahlreicher Spenden konnten wir unsere Flotte und unsere Ausrüstung erweitern. Wir sind in der Saison 2021 mit zwei Teams und besserer Wärmebildkameras im Einsatz. 

Außerhalb der Saison war uns nicht langweilig. Folgende Themen beschäftigten uns:
Erwerb des neuen EU-Drohnenführerscheins, überregionale Vernetzung mit anderen Rehkitzrettungs-Teams und Erfahrungsaustausch, Fortbildungsveranstaltungen des Landesjagdverbands, Flug- und Einsatztrainings, Optimierung des Arbeitsablaufs, Organisation der Einsatzplanung, Youtube-Channel mit Anleitungen erstellen, ...

Wie es weiter geht...

Wir hoffen, dass wir mit unsrer Arbeit weiterhin viele Menschen erreichen und wir andere dazu animieren können, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. 

Wir sind gerne bereit, weitere Teams in unserer Region in unseren Verein zu integrieren oder auch andere dabei zu unterstützen, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Unser Wissen und unsere Erfahrungen geben wir hier gerne weiter und stehen auch für Schulungen bereit.

Gerne bieten wir unsere ehrenamtliche Unterstützung auch außerhalb der Saison an. Denkbar wären hier z.B. Hundesuche, Unterstützung der Feuerwehr bei der Erkennung von Brandherden, Unterstützung von Polizeibehörden bei der Suche nach vermissten Personen und weiteres.

Sprecht uns gerne an!